Bear's Den in der Batschkapp

In Concert: Bear’s Den

Sam Fender, Bear’s Den und der Terminator treffen sich in der Frankfurter Batschkapp. SOUNDTHEKE ist dabei und freut sich über ein sensationelles Konzert.


Fast ist es mir ein bisschen peinlich, doch bis Ende 2016 hatte ich noch nie den Namen Bear’s Den gehört. Dann stolperte ich zufällig über „Red Earth & Pouring Rain“ und fiel aus allen Wolken. Wie konnte mir DAS nur bisher entgangen sein?! Schnell das Debutalbum „Islands“ und die dazugehörigen EPs nachgekauft und alles in gefühlter Endlosschleife rauf und runter gerödelt. Keine Frage also, dass ich am 13. September im Publikum der Frankfurter Batschkapp stehe, um die Londoner Band erstmalig live zu erleben.

Aber erst mal die Vorgruppe. Diese besteht aus dem noch relativ unbekannten Sam Fender, unterstützt von seiner Band. Der junge Engländer stürmt – Überraschung – mit einer Fender Stratocaster auf die Bühne und ballert sofort los. Hmm, bisschen eintönig das Ganze. Der Sound stimmt auch noch nicht so ganz. Doch dann wird’s besser, die Akustik fängt sich und die Stücke werden interessanter. Fazit: Sam Fender wird definitiv im Auge … äh … Ohr behalten.

Wenige Sekunden vor 21:00 Uhr wird es endlich dunkel in der Halle und die großen Boxen der Batschkapp blasen in voller Lautstärke das Main Theme des Films Terminator 2 ins Publikum. Im Getöse der letzten Drumbeats betritt Bear’s Den die Bühne – wer sein Konzert so startet hat eigentlich schon vor dem ersten Stück gewonnen. Das Fest ist eröffnet und die Band legt los mit dem Titelsong des zweiten Albums – „Red Earth & Pouring Rain“. Das Folgestück der Platte – „Emeralds“ – wird unmittelbar hinterhergeschoben, ausgedehntes Gitarrensolo inklusive. Dieses bestätigt dann auch den Eindruck des ersten Songs: Nicht nur Bear’s Den, die ja strenggenommen nur aus Andrew Davie (Vocals & Gitarre) und Kevin Jones (Gitarre & Bass) bestehen, sondern auch der Rest der Band ist exzellent aufgelegt.

In der Folge mischen die bärtigen Briten immer wieder Stücke des akustisch geprägten Debütalbums mit dem deutlich poppigeren Zweitwerk. Langsamere Songs mit Banjobegleitung und bombastische Synthesizersounds teilen sich abwechselnd die Bühne und ergeben dabei einen fabelhaften Klangmix. Was auffällt: Obwohl das Publikum alle Songs feiert, ist der vorfreudige Applaus bei den Stücken von „Islands“ gefühlt etwas größer. Zum Highlight des Mittelteils avanciert „Sophie“, das die Band komplett ohne Mikrofon auf der Bühne spielt. Den Konzertbesuchern bleibt es dabei nur übrig in kompletter Stille dem fehlerlosen Spiel und dem grandiosen, mehrstimmigen Gesang der Band zu lauschen und festzustellen: Hier sind einfach richtig, richtig gute Musiker am Werke.

Diesem leisen, bedächtigeren Teil des Konzerts folgt nach drei ausgezeichneten Songs das krachende „When You Break“, das zum Ende hin förmlich explodiert und damit auch das mit Abstand lauteste Stück des Abends darstellt. Anschließend beginnt bereits das traditionelle Zugabenritual, das Bear’s Den bei ihrer Rückkehr auf die Bühne mit dem Ohrwurm „Dew On The Vine“ eröffnen. Nach diesem Knaller verlassen die Musiker plötzlich ihre Plätze, nur um unter tösendem Applaus mitten im Publikum wieder aufzutauchen und das wunderschöne „Bad Blood“ in einer denkwürdigen akustischen Version zum Besten zu geben. Erneut faszinierte Stille und andächtiges Lauschen in der Batschkapp. Der Publikumsliebling „Agape“ bildet darauf den bejubelten Abschluss dieses sensationellen Konzerts. Und während die Band winkend die Bühne verlässt, freue ich mich, dass ich Bear’s Den immerhin rechtzeitig entdeckt habe, um diesen Abend miterleben zu dürfen. Besser spät als nie.

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