Musik Highlights 2017

Album Highlights 2017

Ja, auch SOUNDTHEKE macht beim Jahresrückblick mit. Also: Einmal das Glas heben und in den musikalischen Rückspiegel schauen …


Mensch Kinder, da ist 2017 schon wieder rum. Im Gründungsjahr der SOUNDTHEKE war hier zwar noch nicht allzu viel los aber das soll mich nicht davon abhalten auf meine Album Highlights 2017 zurückzublicken.

45 neue Scheiben rödelten im vergangenen Jahr über die heimische Anlage. Vom komplexen aber genialen „Hand. Cannot. Erase“ (Steven Wilson, 2015) über das opulente „1492“ (Vangelis, 1992) bis hin zum frühen Schaffenswerk des verstorbenen Chuck Berry habe ich mich mal wieder quer durch die Musikgeschichte gehört.

Aber auch allerlei Werke aus dem Jahr 2017 waren natürlich dabei. Über einige davon habe ich bereits geschrieben, siehe die Artikel zu „Sleep Well Beast“ (The National), „The Nashville Sound“ (Jason Isbell) oder „The Boy Who Cried Wolf“ (Passenger). Andere wie Moglis „Wanderer“ oder das für mich enttäuschende „Crack-Up“ der Fleet Foxes habe ich unter den Tisch fallen lassen, da ich lieber von den Live-Auftritten der Künstler berichtete. Und wieder andere haben es aus Zeitgründen nicht auf die SOUNDTHEKE geschafft, wie z.B. das gute aber nicht außergewöhnliche „Tenderheart“ von Sam Outlaw, das überraschend ohrwurmige „Gilded“ von Jade Jackson oder auch „Queen Of Hearts“, das Debutalbum der Kollaboration zwischen Olivia Chaney und den Decemberists.

Aber genug Blabla! Hier sind meine persönlichen Album Highlights aus dem Jahr 2017!

5. Resolute – Stu Larsen

Stu Larsen Resolute
Stu Larsen habe ich erst als Buddy von Passenger durch deren Zusammenarbeit in diversen YouTube Covern kennen- und dann sofort lieben gelernt. Der Singer/Songwriter hat sich auf seinem zweiten Album, „Resolute“, noch einmal gesteigert. Ein klarer Hit wie „San Francisco“ fehlt zwar, doch sowohl Musik als auch Texte gefallen mir insgesamt tatsächlich noch ein Stückchen besser als auf seinem Debutwerk. Dass Stu Larsen übrigens auch ein großartiger Alleinunterhalter ist, lest ihr in meiner Konzertreview hier.

4. The XX – I See You

The XX I See You
The XX sind für mich eine dieser faszinierenden Bands, die mit ihrem Stil ihr ganz eigenes Genre entwickelt haben. Obwohl ich grundsätzlich mit der Musikrichtung nicht so viel anfangen kann, landet jedes XX Album früher oder später doch in meiner Anlage. So auch der dritte Wurf, „I See You“, der sich fast nahtlos in die vorherigen Werke einreiht, ohne langweilig oder wiederholend zu klingen. Wenn das vierte Album genauso stark wird, dürfen sich die Briten auch gerne wieder fünf Jahre für die Produktion Zeit lassen.

3. Gregg Allman – Southern Blood

Gregg Allman Southern Blood
In einem Jahr, in dem viele große Musiker die irdische Bühne verlassen haben, muss ich beschämt zugeben, dass der Tod von Gregg Allman irgendwie an mir vorbei gegangen ist. Und selbst zu Lebzeiten hatte ich ihn eigentlich nur als „eine Hälfte“ der Allman Brothers auf dem Schirm. Umso größeres Glück, dass mir mit „Southern Blood“ ganz zufällig sein letztes Album in die Hände fiel. Wie der Titel schon nahe legt feiert die Scheibe Southern Rock in Reinform. Allman selbst steuert zwar nur einen eigenen Song bei, doch Coverversionen wie Dylans „Going Going Gone“ oder Jackson Brownes „Song For Adam“ sind so großartig umgesetzt, dass dieser Umstand nicht weiter ins Gewicht fällt. So fühlt sich das Album nicht wie ein tränenreicher Abschied, sondern mehr wie ein entspanntes „Ausfaden“ an – wie es sich für einen echten Southener eben gehört.

2. Conor Oberst – Salutations

Conor Oberst Salutations
Conor Oberst ist schon irgendwie ein verrückter Typ. Den introvertierten Geniestreich „Ruminations“, der unmittelbar an Springsteens Nebraska erinnert, feierte ich 2016 wie nur wenige Alben. Als Oberst dann ankündigte die Songs mitsamt Band neu aufzunehmen, war ich schon skeptisch. Dann auch noch dieses seltsame Cover mit einem ertrinkenden Conor Oberst im Pool – oje, das kann nur schief gehen. Ich hätte falscher nicht liegen können, „Salutations“ ist ein absoluter Knaller! Die Bandversionen der „Ruminations“-Songs entwickeln ein faszinierendes Zweitleben und auch die neuen Songs können sich hören lassen. Bitte lieber Conor, hör niemals auf Musik zu machen.

1. Johnny Flynn – Sillion

Johnny Flynn Albumrezension
Ich mag Überraschungen. Besonders, wenn es eine so schöne wie Johnny Flynns rumpelnde Rückkehr zu glorreicheren Zeiten ist. Nach dem in meinen Ohren langweiligen „Country Mile“ (das seltsamerweise jeder außer mir für sein bestes Album zu halten scheint?!) hatte ich den Briten schon fast abgehakt. Und plötzlich haut der Kerl mit „Sillion“ elf Songs raus, dass mir die Kinnlade runterfällt. Damit ist das Album auch mein persönliches Highlight für 2017. Einen kompletten Artikel über „Sillion“ findet ihr übrigens hier.

Bonus: Drinkentdeckung des Jahres

Was wäre das für ein Konzept wenn im Jahresrückblick der SOUNDTHEKE nicht zumindest einmal angestoßen wird? Zwischen Bieren, Weinen, Cocktails und Whiskeys hat mich dieses Jahr vor allem eine persönliche Neuentdeckung begeistert: Portwein! In meiner Fantasie war Port immer ein Getränk der Piraten, das – ähnlich wie Met bei den Wikingern – zwar ikonisches Kultpotential besaß, geschmacklich aber vermutlich nicht meins sein sollte. Ich armer, ahnungsloser Tropf! Nachdem ich als Geschenk eine Flasche Andresen Port Tawny Reserve bekommen hatte, war ich bekehrt. Die Pulle selbst war natürlich prompt leer. Danach arbeitete ich mich durch einen zehnjährigen Taylor’s Old Tawny. Doch auch der ist nun schon – so wie das Jahr und auch so wie dieser Artikel – zu Ende. Prost!

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